Der erste Klavierunterricht mit fünf, der erste öffentliche Auftritt mit sieben, das Orchester-Debut (mit Schostakowitschs 2.Klavierkonzert) mit fünfzehn Jahren. Auf den ersten Blick die klassischen Jugendjahre eines klassischen Wunder-kinds. Aber irgendetwas war anders. Kein Drill, keine Klaviermaschinenproduktion, kein Jugend-Musiziert-Wahnsinn. Das Klavier war im Sinne des Wortes ein Spielzeug und kein Sportgerät, die Musik eine Leidenschaft und keine Disziplin. Nach dem Abitur wurde Kai Schumacher an der Folkwang-Hochschule Essen aufgenommen – auch wenn er bis dato mehr Punkrock- als Sinfoniekonzerte besucht hatte. Dort wurde er 2007 mit dem Folkwang Klavier-Sonderpreis ausgezeichnet sowie im selben Jahr Preisträger der Köhler-Osbahr-Stiftung. Sein Studium bei Prof. Till Engel
schloss er im Jahr 2009 mit dem Konzertexamen mit Auszeichnung ab,
weitere musikalische Einflüsse erhielt er darüberhinaus in Amsterdam bei
dem amerikanischen Pianisten Guy Livingston sowie kammermusikalisch
bei Prof. Andreas Reiner.
Ein Schwerpunkt in Kai Schumachers Solo-Repertoire liegt dabei auf zeitgenössischer amerikanischer Klaviermusik, neben diversen Uraufführungen und europäischen Erstaufführungen arbeitet er auch eng mit zahlreichen Komponisten der jüngeren Generation zusammen, so z.B. in seinem Projekt "Darling, I´m indeed useless to you – 12 Variations without Amanda Palmer" (UA 01/2009): zwölf Komponisten - vom Jazz bis zur Avantgarde - haben hierfür je eine Variation über ein von Kai Schumacher komponiertes Thema geschrieben. Den traditionellen Mechanismen der pianistischen Nachwuchszucht geht Kai Schumacher nach wie vor aus dem Weg. Da auf Wettbewerben immer irgendjemand die Chopin-Etüden schneller und das Tschaikowsky-Konzert lauter spielt, sucht er stattdessen lieber einen anderen, eigenen Weg um seine musikalischen Vorstellungen zu vermitteln. In Kooperationen mit den Duisburger Philharmonikern, SWR2 und 'Villa Musica Rheinland-Pfalz' erprobte er neue Formen der Konzert-Präsentation,
mixt klassische und zeitgenössische Klaviermusik mit Rock- und Electroklängen sowie Licht- und
Videoinstallationen zu einer Collage, die sowohl jüngeres Publikum als auch ältere Kritiker in ihren
Bann zieht. Doch Kai Schumacher ist auf der Bühne nicht nur als einzelkämpfender Verfechter der
Moderne unterwegs, sondern konzertiert auch regelmäßig mit Orchestern (u.a. Bergische Symphoniker,
Rheinische Philharmonie Koblenz, Philharmonie Baden-Baden), als Pianist des "Trio Kaliya" sowie
als Keyboarder der Folkpop-Band "Mobilée". Konzertreisen führten ihn nach Polen, Bulgarien, Türkei,
Litauen,England, Belgien, Holland und Südkorea.
"Doch wo andere ausgebildete Klassik-Musiker an derartigen Crossover-Projekten zu Hauf scheitern, gelingt es Schumacher auf "Transcriptions" durch Kreativität und Experimentierfreude, scheinbar Unvereinbares zu vereinen. Und das, weil er - anders als zum Beispiel ein David Garrett - nicht auf Showeffekte und massentauglichen Wiederer-kennungswert setzt, sondern auf eigene Assoziationen."
(Deutschlandradio Kultur, April 2013)
"Klaviermusik für das 21.Jahrhundert (...) Was auf den ersten Blick den Eindruck
erwecken könnte, als probierte sich hier ein 'zorniger junger Mann' des Klaviers in
allen möglichen musikalischen Strömungen aus, wenn sie nur quer genug zum
Mainstream verlaufen, ist in Wirklichkeit ein äußerst kreativer Versuch, Grenzen
zwischen E- und U-Musik nicht nur zu überwinden, sondern damit etwas wirklich
Neues zu schaffen."
(Pianonews, September/Oktober 2012)
"This recording is brilliantly in the spirit of the work, involving the player as it does in vocalising and improvising. Dazzling virtuosily."
(Sunday Times, Januar 2010)
"Eine pianistische Sensation (...) Kai Schumacher lässt die Finger über die Tasten fliegen, lässt seinen pianistischen Furor glänzen. Immer merkt man ihm die Freude am Spielen an."
(Fonoforum, 01/2010 // "Stern des Monats")
"Über seine selbstverständlich überragenden technischen Fähigkeiten zu sprechen, hieße, ihn zu verkleinern. Er machte Musik als Ursprache und -erfahrung kenntlich."
(Rheinische Post, August 2009)
"Schumacher ragt aus der Vielzahl vergleichbar brillanter Nachwuchs-Konzertpianisten heraus. So eigenwillig wie sein äußeres Erscheinungsbild sind auch seine oft gegen die Konvention gehaltenen, aufrüttelnden Interpretationen."
(Die Rheinpfalz, September 2008)
download presskit |